Ein grünes Kommunikationszentrum in zentraler Lage

Doppelt neu: Neue Geschäftsstelle und neue Plakate mit:
v.l.n.r. Peter Giessegi (OV Haßfurt), Manuela Rottmann und Kim Davey (OV Haßfurt)

Zu einer kleinen Eröffnungsfeier konnten die Grünen im Landkreis Haßberge am Freitag eine der Pandemiesituation angemessene Gruppe von Parteimitgliedern, Freunden und Mandatsträgerinnen nach Haßfurt einladen. Die Kreisgeschäftsstelle in der Oberen Vorstadt, die ja bereits seit dem Frühjahr den Betrieb aufgenommen hat, wurde im Rahmen der kleinen Feierstunde ihrer offiziellen Bestimmung übergeben.

Die Kreissprecherin Margit Pickel-Schmitt und der Kreissprecher Christoph Appel begrüßten die Anwesenden und sagten allen Helfenden Dank, die Hand angelegt hatten, als es daran ging, die großzügig geschnittenen Räumlichkeiten zweckmäßig einzurichten. Bei der Ausstattung wurde Wert auf viel Eigenleistung, do-it-yourself und Upcycling gebrauchter Möbelstücke gelegt. Froh sei man, im Stadtzentrum der Kreisstadt eine solch geeignete Immobilie gefunden zu haben.

Die Kreisgeschäftsstelle ist jeden Freitagnachmittag geöffnet und mit Ehrenamtlichen besetzt. Sie dient nicht nur als klassische Parteizentrale und als Bürgerbüro, sondern auch als Veranstaltungsraum, als Treffpunkt für grüne Fraktionen und Initiativgruppen und als offene Begegnungsstätte für interessierte Bürgerinnen und Bürger aller Altersgruppen.

Grußworte kamen von den überregionalen Mandatsträgerinnen und Mandatsträgern.

Zu Beginn ihrer Ausführungen lud die Bundestagsabgeordnete Manuela Rottmann alle Anwesenden ein, sich von ihren Plätzen zu erheben und in einer Minute der Stille der Opfer der Flutkatastrophe im Westen der Bundesrepublik zu gedenken.

Sie gab ihrer Befürchtung Ausdruck, dass bei allen Betroffenen eines solchen Unwetters, im Haßbergkreis und in den Katastrophengebieten im Rheinland auch nach den Aufräum- und Wiederaufbauarbeiten die Angst bleiben würde, die Angst davor, dass das Wasser wiederkommen kann und wieder Hab und Gut, ganze Existenzen und Menschenleben vernichten wird.

Eine weitere Angst der Geschädigten sei, so Rottmann, dass die Politik binnen kurzer Zeit wieder zur Tagesordnung übergehen und hoffen würde, dass man beim nächsten Mal einfach verschont bleibe.

Doch dieser Irrglaube trage nicht mehr, die Tatsachen seien inzwischen nicht mehr wegzuleugnen, die langen Hinweise der Wissenschaft darauf, dass der beschleunigte Klimawandel das Risiko solcher Starkregenereignisse rasant steigern wird. Die Bundestagsabgeordnete führte aus, dass grüne Politik diese Warnungen seit Jahrzehnten frühzeitig ernstgenommen, den Klimaschutz in den Mittelpunkt ihres politischen Bewusstseins und Handelns gestellt habe und für diese Haltung auch oft und viel Kritik habe einstecken müssen.

Klimaschutz, müsse als Menschenschutz verstanden werden. Und dies bedeutet den Worten der derzeit einzigen Unterfränkin zufolge, die für Bündnis90/Die Grünen vor vier Jahren in den Bundestag eingezogen ist, nicht weniger als eine fundamentale Umstellung all unserer Lebensbereiche. Obschon diese Transformation ökologische, soziale und ökonomische Chancen für viele Menschen biete, hätten doch etliche Angst vor ihr. Und aus diesem Grund entwickle sich der Wahlkampf derzeit auch so hart und emotional. Es sei der wichtigste Wahlkampf in ihrem ganzen politischen Leben, erklärte die Hammelburgerin, die bereits seit ihrem 18. Lebensjahr grünes Parteimitglied ist. Im Herbst würden die Weichen dafür gestellt, ob die Bundesrepublik Deutschland eine relevante Rolle im Kampf gegen die Klimakatastrophe einnehmen kann oder nicht. Und die Herausforderungen gingen nach der Wahl und der Regierungsbildung erst richtig los. Die Dimension der Aufgabe erfordere eine gesamtgesellschaftliche Anstrengung aller Kräfte und das engagierte Mittun der Bevölkerung.

Landtagsabgeordneter Paul Knoblach aus Bergrheinfeld beglückwünschte den Kreisverband zu seinem „grünen Kommunikationszentrum im Herzen der Stadt“ und blickte in seiner Ansprache auf über fünfzig Jahre ökologischer Politik zurück, die seine Biographie als Biolandwirt mitgeprägt hätten. Bereits seit dem Erscheinen des Club-of-Rome-Berichts wisse die man um die Grundannahmen für die Entwicklung der natürlichen Lebensgrundlagen auf unserem endlichen Planeten. Leider habe die Menschheit die Zeit seither nur schlecht genutzt, um den ökologischen Aufgaben zur Bewahrung der Erde gerecht zu werden. Für unsere Generationen stelle sich nun die Schicksalsfrage: „Wenn wir es nicht tun, wer dann?“



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