Ebern – Unter dem Titel „Wasser in der Landschaft halten – zum Schutz der Wälder" hatte der Ortsverband der Grünen zu einer Informationsveranstaltung in die Frankenstuben in Ebern eingeladen. Zahlreiche Interessierte folgten der Einladung und sorgten für einen gut gefüllten Saal. Ortssprecher Klaus Schineller eröffnete den Abend und begrüßte die Gäste mit sichtlicher Freude über das große Interesse.
Als Referent sprach Ulrich Mergner aus Rauhenebrach über die zunehmenden Herausforderungen für Wälder und Landschaft im Zuge des Klimawandels. Seit den ausgeprägten Trockenjahren ab 2018 seien vielerorts massive Waldschäden zu beobachten. Steigende Temperaturen, veränderte Niederschlagsmuster und längere Hitzeperioden setzten den Beständen stark zu. Mergner machte deutlich, dass neben der Reduktion von CO₂-Emissionen vor allem der Umgang mit Wasser eine zentrale Rolle spiele. „Wir haben nicht nur ein Klimaproblem, sondern vor allem ein Wasserproblem in der Landschaft", lautete eine seiner Kernbotschaften.
Anhand anschaulicher Beispiele erläuterte er, wie stark sich versiegelte oder offene Flächen aufheizen – deutlich stärker als bewaldete Gebiete. Diese Temperaturunterschiede führten dazu, dass warme Luft aufsteigt und kühlere, feuchtere Luft aus dem Wald nachströmt. Dem Wald werde dadurch zusätzlich Wasser entzogen, was einen Teufelskreis der Austrocknung in Gang setze.
Ein weiterer Schwerpunkt des Vortrags war die historische Entwässerung der Landschaft: Entwässerungsgräben, Drainagen, begradigte Bäche oder wasserableitende Wege sorgten dafür, dass Niederschläge rasch abfließen, statt im Boden zu versickern. Die Folge seien sinkende Grundwasserstände, geringere Kühlwirkung und eine erhöhte Anfälligkeit der Wälder gegenüber Trockenstress.
Mergner stellte jedoch auch zahlreiche Lösungsansätze vor. Dazu zählen der Rückbau von Entwässerungsgräben, die Schaffung von Retentionsräumen, Versickerungsmulden an Waldwegen, die Renaturierung von Fließgewässern sowie eine stärkere Aktivierung von Auen. Ziel sei es, möglichst viel Wasser in der Landschaft zu halten – sowohl im Boden als auch in der Vegetation. Auch Städte stünden in der Pflicht, etwa durch Entsiegelung, mehr Grünflächen und begrünte Gebäude.
In seinen Grußworten betonte der grüne Landtagsabgeordnete Paul Knoblach die Bedeutung einer nachhaltigen Lebensweise und einer regionalen Biolandwirtschaft. Gerade eine standortangepasste, ökologische Bewirtschaftung könne einen wichtigen Beitrag zum Schutz von Boden und Wasser leisten.
Unter den Gästen befanden sich neben dem ersten Bürgermeister der Stadt Ebern, Jürgen Hennemann, auch der zweite Bürgermeister Harald Pascher. Beide verfolgten den Vortrag aufmerksam. Zudem waren zahlreiche grüne Kreistags- und Stadtratskandidatinnen und -Kandidaten anwesend, was die kommunalpolitische Bedeutung des Themas unterstrich.
Die anschließende Diskussion zeigte das große Interesse der Besucherinnen und Besucher. Viele Fragen drehten sich um konkrete Umsetzungsmöglichkeiten in der Region. Zum Abschluss bedankte sich Wenzel Berninger mit einem Präsentkorb beim Referenten für den informativen Abend sowie bei den Anwesenden für die engagierte Beteiligung.
Die Veranstalter zogen ein positives Fazit. Der Abend habe deutlich gemacht, dass es weniger an Wissen, sondern vielmehr an konsequenter Umsetzung fehle. Der Schutz der Wälder beginne vor Ort – mit einem bewussteren Umgang mit Wasser in der gesamten Landschaft.