Energiewende darf nicht scheitern - Eberner Alternative Liste spricht sich für Windenergieanlagen auf dem Tonberg aus

Ein klares Bekenntnis pro Windenergieanlagen auf dem Tonberg legt die Eberner Alternative Liste (EAL) ab. Für die beiden EAL-Sprecher Alexander Hippeli und Oliver Kröner steht das Projekt stellvertretend für das Gelingen der Energiewende in Deutschland und weltweit.

Die Sprecher der EAL können nicht nachvollziehen, mit welch oberflächlichen Argumenten wie "Windkraftanlagen töten Vögel und Fledermäuse, zerstöre Landschaften und vernichte Wälder" die Gegner des Projekts derzeit Stimmung gegen das Projekt machten. "Alle die glauben, dass der Klimawandel eine abstrakte Gefahr sei und es schon nicht so schlimm kommen werde, verweise ich beispielsweise auf Daten der nahegelegenen Wetterstation in Köslau", so Hippeli. Von 1991 bis 2015 habe die Jahresdurchschnittstemperatur dort bei noch 8,7 ° C gelegen. 2014 und 2015 sei dann erstmals und sogar zwei Jahre in Folge eine Jahresdurchschnittstemperatur von 10 ° C erreicht worden. Dagegen hätten die Niederschläge im Jahr 2014 rund 10 Prozent und im Jahr 2015 sogar um ein Viertel unter dem langjährigen Schnitt gelegen.

Wer seine Umwelt mit offenen Augen wahrnehme, für den seien die Folgen des Klimawandels bereits jetzt in der Region unübersehbar, beispielsweise die schlechte Vitalität von Baumarten wie Rotbuche, Fichte und Kiefer. Hippelis Fazit: "Nicht Windräder bedrohen Vögel, Fledermäuse, Landschaften und Wälder, sondern der Klimawandel. Wenn wir den nicht in den Griff bekommen, drohen Veränderungen unserer heimischen Tier- und Pflanzenarten, Lebensräume und Landschaftsbilder dramatischen Ausmaßes." 

Kröner geht sogar noch einen Schritt weiter. „Wenn die nationale und globale Energiewende nicht gelingt, ist das nicht nur ökologisch eine Katastrophe, sondern bedroht dies mittelfristig unsere freiheitlich-demokratische Grundordnung". Er weist darauf hin, dass sich die Bevölkerung in Afrika nach einem Szenario der Vereinten Nationen von gut einer Milliarde Menschen im Jahr 2010 auf rd. 2,5 Milliarden Menschen im Jahr 2050 und auf über vier Milliarden Menschen im Jahr 2100 erhöhen wird. In Zusammenhang mit der aktuellen Flüchtlingsdebatte werde immer wieder betont, wie wichtig es sei, Fluchtursachen zu bekämpfen. Bereits jetzt tobe in Teilen Afrikas ein Kampf um Wasser und fruchtbare Anbauflächen. Bei einem fortschreitenden Klimawandel drohe der weitere Verlust von Ressourcen, was zwangsläufig zu Konflikten und Wanderungsbewegungen auch in Richtung Europa führe. Welche politischen Verwerfungen dies bereits jetzt in Europa und Deutschland nach sich ziehe, sei unübersehbar.

"Es ist beim Klimaschutz dringend geboten, das Kirchturmdenken endlich aufzugeben und in größeren Zusammenhängen zu denken", fordert Kröner. Das Gelingen der Energiewende beginne dezentral bei einzelnen Projekten vor Ort. Wenn man dem bei jedem Projekt zu erwartenden Widerstand nachgebe, sei das Ziel einer raschen und weitreichenden Dekarbonisierung nicht zu erreichen. Kröner verweist darauf, dass die vier Windräder auf dem Tonberg nach Angaben der Gesellschaft zur Umsetzung erneuerbarer Technologieprojekte im Landkreis Haßberge (GUT) knapp acht Prozent des landkreisweiten Stromverbrauchs decken werden. Dies sei ein großer Schritt in Richtung Stromautarkie auf Landkreisebene. Noch besser sähe die Bilanz für Ebern aus. Ebern wäre insbesondere mit den bereits im Stadtgebiet installierten Photovoltaikanlagen rechnerisch stromautark und würde sogar noch einen Beitrag für andere Kommunen leisten. Das könnten noch nicht viele Kommunen im Bundesgebiet von sich behaupten, so Kröner.

Die EAL hofft darauf, dass der Eberner Stadtrat den eingeschlagenen Weg weiter geht. Beispielgebend sei die Nachbargemeinde Itzgrund. Sie habe trotz Bedenken von Bürger/innen aus der eigenen Gemeinde und aus Nachbargemeinden in diesem Jahr im Rahmen der Bauleitplanung den Weg für die Errichtung von vier Windenergieanlagen nordwestlich ihres Ortsteils Welsberg frei gemacht. EAL-Stadtrat Klaus Schineller kündigte an, sich im Stadtrat weiterhin für eine erfolgreiche Umsetzung des Windenergieprojekts auf dem Tonberg einzusetzen. 

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