BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN

Kreisverband Haßberge

MdB Manuela Rottmann: Innenstädte und inhabergeführte Geschäfte in der Krise stärker unterstützen

Die Bundestagsabgeordnete Dr. Manuela Rottmann (Bündnis 90/Die Grünen) kritisiert die ihrer Ansicht nach zu zögerliche Hilfeleistung des Bundes in der Corona-Pandemie. Insbesondere für die ländlichen Kommunen müsse schleunigst etwas getan werden. „Es kann nicht sein, dass seit Wochen angekündigte Wirtschaftshilfen bis heute nicht abgerufen werden können“, so Rottmann.
Rottmann verweist auf einen Forderungskatalog, den die Bundestagsfraktion von Bündnis 90/Die Grünen gemeinsam mit dem Verband für Hotel- und Gaststätten (DEHOGA), dem Handelsverband Deutschland (HDE) und dem Deutschen Kulturrat vorgestellt hat. Dieser enthält zehn Punkte, mit denen Läden, Einzelhandel, Gastronomie sowie kulturelle und soziale Angebote unterstützt werden sollen. Dazu zählen ein Städtebaunotfallfonds in Höhe von 500 Millionen Euro, um Leerstände zu bekämpfen, eine Entbürokratisierung der Hilfsprogramme und mehr Flexibilität bei den Gewerbemieten, um Kündigungen zu vermeiden.
Die Entwicklung habe sich seit Langem abgezeichnet, durch die Corona-Krise werde sie nun weiter verschärft. „Besonders viele der kleinen Gewerbetreibenden, ob Gaststätten oder kulturelle Einrichtungen, führen derzeit einen harten Existenzkampf. Und genau die sind es doch, die unsere Region lebenswert machen.“ Daher müsse jetzt schleunigst gehandelt werden. Die Dringlichkeit wurde Rottmann von vielen Unternehmern aus der Region bestätigt, mit denen sie sich per Videokonferenz austauschte. „Die Veranstaltungsbranche leidet in ganz besonderem Maße und fühlt sich alleine gelassen.“ Das gelte genauso für die Gastronomie und Kulturschaffende. „Ob es das Zeiler Kino ist, die Kneipen oder die Winzer mit ihren Heckenwirtschaften, viele hatten schon vor Corona zu kämpfen, jetzt hat sich die Situation umso mehr zugespitzt. Den familiengeführten Brauereien sind im Sommer bereits die sonst üblichen Umsätze aus den Festlichkeiten weggefallen, die trifft es jetzt also in doppelter Hinsicht.“ Kunst und Kultur seien zentrale Pfeiler unseres gesellschaftlichen Lebens. Mit einem aufgestockten Kulturrettungsfonds müssten Kulturschaffende und die Veranstaltungsbranche unterstützt werden.
Eine weitere der zehn Forderungen besteht in einer Digitalisierungsoffensive im lokalen Handel. „Auch in den Haßbergen gibt es ja insbesondere seit Corona Bemühungen, die genau in diese Richtung zielen. Es braucht auch außerhalb von Großstädten eine Förderung beim Auf- und Ausbau digitaler regionaler Plattformen, mit denen der lokale und regionale Handel gestärkt wird.“ Den Online-Riesen müsse man eine lokale Alternative entgegensetzen. „Solche Konzepte sind eine Chance über Corona hinaus, denn beispielsweise Seniorinnen und Senioren haben ein großes Interesse an Bestell- und Lieferdiensten, wollen aber ihr Geld lieber zum Händler
ihres Vertrauens in der Nähe tragen als zu Amazon oder Zalando. Sie bedürfen einer größeren Unterstützung.“
Manuela Rottmann freut sich darüber, dass regionale Lebensmittel wieder verstärkt nachgefragt werden. „Leider scheitert der gute Wille oftmals daran, dass bestimmte Lebensmittel nicht so einfach zu bekommen sind. Regionale Wochenmärkte wie in Haßfurt sind leider die Ausnahme. Daher müssen wir bei der Schaffung regionaler Wertschöpfungsketten verstärkt unterstützen.“

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