BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN

Kreisverband Haßberge

Manuela Rottmann: „Wir müssen auch an den sozialen Ausgleich denken“

Auf Einladung des Ortsverbandes Knetzgau von Bündnis 90/ Die Grünen diskutierten am vergangenen Freitag die Hammelburger Bundestagsabgeordnete Manuela Rottmann, der Zeiler Kreisrat Harald Kuhn und der Knetzgauer Gemeinderat Benjamin Schraven im mit rund 25 Gästen gut besuchten Knetzgauer Siedlerheim das Thema Klimawandel. Die Veranstaltung ging der zentralen Frage nach, wie sich Kommunen in Zukunft an die Folgen des Klimawandels besser anpassen können. Dabei waren sich sowohl Rottmann als auch Kuhn und Schraven einig, dass das Thema Anpassung an den Klimawandel insgesamt einen höheren Stellenwert erfahren sollte. Ebenso bestand Einigkeit darüber, dass man vor allem auch die Kommunen bei Maßnahmen wie etwa den Hochwasserschutz mehr unterstützen müsste. Dass dies nicht nur finanzielle, sondern auch andere Herausforderungen mit sich bringe, betonte Kreisrat Kuhn, der auch über die Erfahrungen mit Hochwasserschutzmaßnahmen in der Stadt Zeil berichtete. Der Nutzen dieser Maßnahmen zeige sich ja selten sofort und viel mediale Aufmerksamkeit bekommen man dafür als politisch Verantwortlicher meistens auch nicht – oder wie Kuhn es augenzwinkernd auf den Punkt brachte: „Ein Problem ist ja auch, dass man als Bürgermeister mit dem Bau eines neuen Regenrückhaltebeckens nicht unbedingt in der Zeitung landet.“ 

Es entbrannte eine intensive Debatte, bei der sich auch der ebenfalls anwesende Knetzgauer Bürgermeister Stefan Paulus einschaltete. Er betonte, dass seine Gemeinde beim Hochwasser im Juli glimpflich davongekommen sei und die Kommunen nicht mit immer neuen Aufgaben überfrachtet werden sollten. Beim Thema Klimaschutz müsse man laut Paulus den Menschen noch viel mehr zumuten. Das Fahren von SUVs oder auch Flugreisen in den Kurzurlaub nannte er als Beispiel für Dinge, die seiner Meinung nach in Zukunft Tabu sein sollten. Diesen Aussagen konnte Rottmann nicht ganz zustimmen. Sie betonte, dass bei aller Notwendigkeit für mehr Klimaschutz, soziale Aspekte nicht außer Acht gelassen werden dürften. Nur wenn man etwa mit einem Öko-Bürgergeld für einen sozial gerechten Ausgleich für höhere Kosten bei Heizen, Tanken oder Fliegen sorge, würden die Menschen ein Mehr an Klimaschutzmaßnahmen auch wirklich akzeptieren. „Die Grünen haben mit dem Energiegeld als einzige Partei einen Vorschlag für einen sozialen Ausgleich im Klimaschutz vorgelegt“, erläuterte Rottmann. „Die Einnahmen aus der CO2-Bepreisung geben wir direkt an die Bürgerinnen und Bürger zurück. Davon profitieren vor allem die niedrigen Einkommen und diejenigen, die wenige CO2 erzeugen.“

Abschließend stellte Rottmann fest, dass die nach 16 Jahren Kanzlerin Merkel vieles in Deutschland in ihren Augen eingeschlafen und dringend eine Veränderung notwendig sei. Die Veranstaltung endete mit vielen Einzelgesprächen. Unter anderem unterhielt sich Rottmann mit Betroffenen des Juli-Hochwassers aus der Gemeinde Knetzgau, die sie zum Teil schon vor einigen Wochen besucht hatte.



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