BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN

Kreisverband Haßberge

Die zum 1. Juli 2005 in Kraft tretende umstrittene Forstreform in Bayern wirft ihre Schatten bedrohlich voraus. „Jetzt kommt das Bewusstsein in der Bevölkerung an, welche direkte Konsequenzen die von der bayerischen Staatsregierung aufdiktierte Reform mit sich bringt!“, so die Fraktionsvorsitzen- de von B 90/ Die Grünen im Kreistag Rita Stäblein
(Eltmann).
Eine bestens arbeitende und seit 183 Jahren bewährte Verwaltung, wie z.B. das Forstamt in Eltmann, wird gnadenlos der Reformwut geopfert.
Die ortsnahe Betreuung wird es nicht mehr geben, da die Antragsteller jetzt nach Schweinfurt fahren müssen. Bisher konnten ihre Angelegenheiten im Forstamt Eltmann erledigt werden.

Rainer Marquardt, Kreisrat aus Hassfurt, sieht große Probleme in der Aufteilung der Zuständigkeiten: „ Da gibt es die Verwaltung am Amt für Landwirtschaft und Forsten und dann ist noch die Bewirtschaftung des Waldes zu erledigen. Wer ist denn für welchen Bereich zuständig?“
Diese Bedenken teilt auch Hans Dünninger aus Goßmannsdorf: „Hier werden die Leute wieder mal von einem zum anderen geschickt!“
Der Biobauer gibt zu bedenken, dass durch die Forstreform nicht nur die Bevölkerung mit den direkten Auswirkungen konfrontiert ist, sondern besonders auch die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Seit Anfang des Jahres wird krampfhaft nach „ Ersatzarbeitsplätzen für frei werdende Förster und Verwaltungsmitarbeiter“ gesucht.
Das ganze Procedere mit der „Anpreisung der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter“ an Schulen, Rathäuser, Behörden ist unmenschlich“ so Rita Stäblein „ und wo hier der Einspareffekt liegen sollen, ist nicht klar zu erkennen!“

Unverständnis zeigt die Fraktion von Bündnis90/Grünen der Hassberge auch, dass Forstmitarbeiter in den Schuldienst übernommen werden sollen. Hier wird deutlich welchen Stellenwert die Bildung in der bayerischen Staatsregierung hat. „ Warum braucht man studierte Lehrer, wenn die Arbeit auch von „Angelernten“ erledigt werden kann?“ lautet in der Konsequenz die Frage der grünen Kreistagsfraktion.

An der Besetzung des Chefsessels des neu ge- gründeten  bayerischen Forstunternehmens üben die Grünen scharfe Kritik. Durch die Reform sind eine Vielzahl von Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in Leitungspositionen frei geworden, die einen
„neuen Wirkungskreis“ suchen. Es ist schon ein Schlag ins Gesicht dieser kompetenten Fachleute, dass keiner aus ihren Reihen zum Zuge kam, sondern ein Österreicher!
„Die Leitung dieses großen bayerischen Staatsunternehmens hätte nicht unbedingt der ‚Geistige Vater der Forstreform‘ übernehmen müssen, aber sicher hätte auch sehr gut jemand aus der bisherigen bayrischen Forstverwaltung die Schwierigkeiten dieses Amtes bravourös gemeistert!“, so die  Kreisräte.

Bedauern äußern die Grünen der Hassberge darüber, dass das angestrebte „Volksbegehren Forstreform“ nur ganz knapp mit 9,7 %  an der erforderlichen 10 %  Hürde gescheitert ist.
Rita Stäblein erinnert bei dieser Gelegenheit an die gute Zusammenarbeit mit dem Aktions-Bündnis im Landkreis. Übergreifend wurde mit Bund Naturschutz, Imker, Gartenbauvereinen, Vogelbund, usw. gut  zusammengewirkt und der Landkreis Hassberge kann sich hier mit respektablen Ergebnis sehen lassen. Leider hat es aber bayern- weit nicht gereicht.
Unter  diesem Gesichtspunkt wirkt der Stein zur „Erinnerung an das Forstamt Eltmann“, der  vor einigen Tagen in Zeil gesetzt wurde, eher  wie der „Grabstein für ein bewährtes Forstamt!“