BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN

Kreisverband Haßberge

Die Eberner Alternative Liste unterstützt die Errichtung eines Biomasseheiz(kraft)werkes
in Ebern.

Besichtigung der Anlagen in Bad Staffelstein und in Seßlach.

Die Eberner Alternative Liste (EAL) begrüßt die Überlegungen der Stadt Ebern, in Ebern ein Biomasseheiz(kraft)werk und ein Nahwärmenetz zu errichten. Laut Oliver Kröner, einer der Sprecher der EAL, sei dies nicht nur ein wichtiger Beitrag für einen aktiven Klimaschutz, sondern würden damit auch regionale Wirtschaftskreisläufe gestärkt. "Wir müssen das Geld in der Region halten", so Kröner. Beim Bezug klimaschädlicher fossiler Brennstoffe wie Öl oder Gas sei dies nicht möglich. Die Errichtung eines "Blockheizkraftwerkes" befin- det sich als Projektvorschlag bereits im Aktions- programm kommunale Agenda 21 der Stadt Ebern aus dem Jahr 2002. Die zwischenzeitlich in Auftrag gegebene Machbarkeitsstudie ist nach Auffassung der EAL ein Schritt in die richtige Richtung. Man hoffe auf eine positive Beurteilung des Vorhabens, um dieses dann zeitnah realisieren zu können. Ebern bietet nach Einschätzung der EAL ideale Vorraussetzungen für die Errichtung eines Bio- masseheiz(kraft)werkes und eines Nahwärme- netzes. Zum einen seien dies die vielen nahe beieinander liegenden, großen Wärmeabnehmer, wie Schulen, Schwimmbäder, Krankenhaus oder Industriebetriebe. "Für einen wirtschaftlichen Betrieb geradezu ideal sind Abnehmer mit einem ganzjährigen Wärmebe- darf", so Kröner. Zum anderen besitze die Stadt Ebern selbst mehrere hundert Hektar Wald und sei Ebern mit einem Waldanteil von über 50 % eine waldreiche Gemeinde. Ein Großteil der benötigten Holzhackschnitzel könne aus der eigenen Gemeinde oder aus den umliegenden ebenfalls waldreichen Gemeinden bereit gestellt werden. Der Grundsatz des "Holzes der kurzen Wege" bliebe damit gewahrt. Als in der Region vorbildlich für die Realisierung eines Biomasseheiz(kraft)werkes und eines Nahwärmenetzes in Ebern sieht die EAL das Biomasseheizkraftwerk in Bad Staffelstein und das Biomasseheizwerk in Seßlach an, wohin die EAL eine Informationsfahrt organisiert hat (siehe nebenstehende Veranstaltungsankündigung). Bei der im Herbst 2006 in Betrieb gegangenen Anlage in Bad Staffelstein handele es sich um ein Biomasseheizkraftwerk mit Kraft-Wärme-Kopplung. Die Anlage sei gebaut worden, um die Obermain Therme mit Wärme für die Gebäudeheizung und das Warmwasser zu versorgen. Die Stromerzeu- gung erfolge nebenbei, um das Heizkraftwerk optimal auszunutzen. Die Nennwärmeleistung der Biomassefeuerungsanlage betrage ca. 3.000 kW, die elektrische Leistung ca. 530 kW. Für den Betrieb der Anlage würden jährlich rd. 5.300 t bzw. 19.000 Schüttraummeter Holzhackschnitzel benötigt. Damit spare sich die Obermain Therme jährlich eine Menge von 1,8 Millionen Kubikmetern Erdgas und die Atmosphäre werde um rund 3.600 t Kohlendioxid entlastet. Ein Drittel der benötigten Holzhackschnitzel stamme aus dem Landkreis Lichtenfels, der Rest aus angrenzenden Land- kreisen. Das im Herbst 2005 in Betrieb gegangene Biomasseheizwerk in Seßlach habe eine Biomasse-Feuerungsleistung von rd. 1.300 kW. An das neu geschaffene Nahwärmenetz seien bisher 41 Wärmeabnehmer, darunter große Teile der Seßlacher Altstadt, angeschlossen worden. Der Jahresbedarf an Holzhackschnitzeln betrage rd. 1.500 t bzw. rd. 5.600 Schüttraummetern. Die Holzhackschnitzel würden von Waldbesitzern aus der näheren Umgebung bereitgestellt. Interessierte Bürgerinnen und Bürger lädt die EAL am Samstag, 3. November zu einer Besichtigung des Biomasseheizwerkes in Seßlach und des Biomasseheizkraftwerkes in Bad Staffelstein ein. Treffpunkt ist um 13 Uhr in Ebern am Parkplatz beim Wohnmobilstellplatz. Von dort aus werden Fahrgemeinschaften gebildet. Die Rückkehr nach Ebern ist für ca. 16.30 Uhr vorgesehen. Für interessierte Teilnehmer mit weniger Zeit besteht Gelegenheit, die Teilnahme abzukürzen. Nähere Auskünfte zu der Informationsfahrt können unter info@al-ebern angefordert werden.