BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN

Kreisverband Haßberge

Analyse der Bundestagswahl stand im Mittelpunkt des "Grünen Stammtisches"

28.10.2009 Die Zufriedenheit mit dem Wahlergebnis der Bundestagswahl kennzeichnete den "Grünen Stammtisch", das monatliche offene Treffen des Kreisverbandes der Grünen in Königsberg. Mit rund sieben Prozent hat sich die grüne Partei landkreisweit im Vergleich zur Landtagswahl nach Worten von Kreisrätin Rita Stäblein gesteigert und stabilisiert. Besonders freute sich Stäblein über die guten Ergebnisse in Haßfurt und Wonfurt, wo die Partei jeweils zehn Prozent Zustimmung erhielt.
Die in Planung begriffenen Photovoltaikanlagen im Landkreis führten zu einer regen Diskussion der Anwesenden. Vorstandsmitglied Christine Hildebrandt stellte fest, dass bei der Auswahl der Flächen mit Sorgfalt vorgegangen werden müsse. Dann dürfe es jedoch nicht bei Lippenbekenntnissen bleiben und nach dem St. Florians-Prinzip gehandelt werden: "Wenn es konkret darum geht, wo die Anlagen gebaut werden, heißt es dann häufig: ,Bitte nur nicht bei mir!' Strom verbraucht schließlich jeder. Mit der Photovoltaik haben wir endlich die Möglichkeit, dezentral und vor Ort unter vertretbaren Belastungen Strom zu erzeugen. Wir können uns hier nicht darüber beklagen, dass die Aussicht durch die Solarfelder verdorben wird, wenn gleichzeitig z. B in der Lausitz durch Braunkohletagebau ganze Landschaften weggeschoben werden, um Kohle zur Stromerzeugung zu gewinnen oder Anwohner von Atomkraftwerken sich auf Laufzeitverlängerungen einrichten müssen", kritisierte Hildebrandt.
Harald Kuhn, Stadtrat in Zeil und ebenfalls grünes Vorstandsmitglied, betonte, dass durch Solarfelder Ackerflächen ja nicht "verbraucht" würden, sondern dass unter den Modulen kleinflächige Biotope entstehen könnten und Regenwasser versickere. "Für die Bauern ist es zur Zeit jedenfalls besser, Strom anzubauen anstatt in Futterpflanzen zur Milchproduktion zu investieren."
Herzlich gratulieren konnten der Kreisvorstand dem Ortssprecher von Sailershausen, Rainer Gerber, auf dessen Initiative hin nun der Schulbus am Nachmittag eine Dreiviertelstunde eher vom Schulzentrum in die Ortsteile Sailershausen, Augsfeld und Prappach zurückfährt.