BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN

Kreisverband Haßberge

Digitaler Parteitag, 11. bis 13. Juni 2021

Parteitag - nun, bei uns Grünen heißt das ja offiziell Bundesdelegiertenkonferenz, für Insider*innen BDK. Klingt sachlicher, weniger historisch-pathetisch als das donnernde "Parteitag".
Am vergangenen Wochenende trafen wir uns also zur Bundesdelegiertenkonferenz. Dass diese pandemiebedingt in digitaler Form abgehalten wurde, bedarf bei den Grünen eigentlich keiner besonderen Erwähnung mehr, da die digitalen parteiinternen Meinungsbildungsformate seit einem Jahr bei uns fast schon zur Routine geworden sind. Dank der hervorragenden Vorbereitung durch die Bundesgeschäftsstelle sowie durch die beteiligten technischen Supportkräfte lief alles reibungsfrei und die digitale Vermittlung tat der Leidenschaft in den Debatten um das Wahlprogramm auch diesmal keinerlei Abbruch.
Intensiv wurde also am Wochenende in der Halle in Berlin, vor allem aber an über siebenhundert Endgeräten in ganz Deutschland um den Wahlprogrammvorschlag des Bundesvorstands diskutiert und gerungen. Über 3000 Änderungsanträge waren im Vorfeld eingereicht worden, über eine Auswahl davon wurde nach Rede und Gegenrede abgestimmt. Oft setzten sich die Vorschläge des Bundesvorstands durch - auch dies ein Zeichen, dass die Delegierten keinen Zweifel daran lassen wollten, dass sie geschlossen hinter den programmatischen Grundsätzen, hinter den Sachvorschlägen für eine ökologische und soziale Politik für Deutschland in der nächsten Legislaturperiode stehen.
Überzeugend spürbar war die Geschlossenheit der eingeloggten Delegierten aus allen Kreisverbänden von Bündnis 90/Die Grünen - der Kreisverband Haßberge war vertreten durch Margit Pickel-Schmitt, Peter Giessegi und Roland Baumann - auch bei der Wahl des Spitzenpersonals. Mit 98,5 % der abgegebenen Stimmen wurden Robert Habeck und Annalena Baerbock als Spitzenduo sowie Annalena Baerbock als Kanzlerkandidatin bestätigt.
Beide unterstrichen in ihren Reden die Bedeutung des anstehenden Wahlkampfs - bei Robert Habeck stand die große Vision im Zentrum. "Freiheit durch Klimaschutz" lautete sein Credo. Annalena Baerbock stellte - ganz Kanzlerkandidatin - die programmatisch-inhaltlichen Aspekte des Wahlprogramms in den Mittelpunkt ihrer Ansprache, angefangen vom grünen Kernanliegen, dem Arten-, Umwelt- und Klimaschutz über die Landwirtschaft bis hin zur internationalen Sicherheitspolitik. Eines ihrer Hauptanliegen war es, deutlich zu machen, dass die programmatischen Vorschläge von Bündnis 90/Die Grünen soziale Gerechtigkeit und Ökologie in enger Verbindung stehen, dass mit grüner Politik konsequenter Klimaschutz nicht zu Lasten der sozial Schwachen gehen darf und gehen wird.
Gerade auf die Worte der Kanzlerkandidatin richtete sich das geballte Interesse.
Und?
Ihre Aussagen waren klar in der Sache, demokratisch im Anspruch und menschlich im Ausdruck.
Wer daraus in den vergangenen Tagen seit dem Parteitag eine erneutes Empörungssüppchen kochen oder einfach wieder diffamieren wollte, wurde enttäuscht. Wer hören wollte, wie sich das grüne Spitzenpersonal inhaltlich präsentiert, wer interessiert war an Vorschlägen und Konzepten, bekam an diesem Wochenende genügend geliefert, über das es sich konstruktiv nachzudenken lohnt.
Wir Delegierten wurden auf jeden Fall Augen- und Ohrenzeugen einer Partei, die geschlossen ihren Gestaltungsanspruch anmeldet und nun gemeinsam loszieht - in den Wahlkampf unseres Lebens!



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